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Berlin: Einladung zur Autonomen Vollversammlung am 13. Juni 2011

Auch in diesem Monat gibt es wieder eine Autonome Vollversammlung in Berlin. Diesmal findet die Berliner Autonome Vollversammlung am 13. Juni 2011 ab 19 Uhr 30 im New Yorck (Bethanien) statt. Vorgeschlagenes Thema ist u.a. der Protest in Afrika (Maghreb, Sahara, Westafrika) und Europa (Spanien, Italien, Griechenland). Hier wollen wir uns auch die Frage stellen, wie wir an gesicherte Informationen aus diesen Regionen kommen und wie wir partizipieren können. Ebenso wollen wir über das Agieren der Neonazis in Kreuzberg sprechen. Die Autonome Vollversammlung ist eine Plattform auf der sich autonome Aktivisten und Aktivistinnen austauschen und unerfahrene Menschen an autonome Gruppen Anschluss finden können.

Wie fast immer in den letzten Jahren, treffen wir uns in jedem 13. im Monat treffen zur Autonomen Vollversammlung (AVV), um uns auszutauschen, gemeinsam zu diskutieren und uns zu vernetzen. Eingeladen sind alle, die autonome Politik betreiben oder betreiben wollen und emanzipatorische Lebensweisen befürworten. Ihr seid nach Berlin gezogen oder beschäftigt euch das erste Mal mit Politik? Dann kommt vorbei!

Konflikte in Afrika, Europa und anderen Regionen

Es scheint zu brodeln in Nord-Afrika und Süd-Europa. Doch was geschieht dort wirklich? Mangelnde Sprachkenntnisse, Falschübersetzungen, auch aus ideologischen Gründen, und bearbeitete Video geben ein verzerrtes Bild wieder. Wie können wir an authentische Informationen aus diesen Regionen kommen? Wie können wir Kontakt zu den dort lebenen und aktiven Menschen aufbauen und ihre Informationen verifizieren?

Wollen wir gemeinsame Reisen in die Gebiete, wo sich etwas bewegt, organisieren? Und wenn ja, wollen wir eine beobachtende oder partizipierende Rolle einnehmen? Im Bezug auf Italien und Griechenland scheint es schon Ansätze zu einer solchen Organisierung zu geben, jedoch nicht im Bezug auf Nord-Afrika. Woran liegt das? Ist es uns letztlich zu unbequem aus unserer warmen Stube in die harte Realität des (militärischen) Kampfes einzutreten? Warum gelingt es nicht Indymedia ähnelde Strukturen aufzubauen und eine „unabhängige“ Berichterstattung zu gewährleisten? Wie können wir Projekte wie http://www.afrique-europe-interact.net fördern? Und was bewirkt unsere die Fehlwahrnehmung? Und wie wichtig sind seriöse Übersetzungsringe? Wie können wir diese wieder etablieren?

Sind die Geschehnisse in Nord-Afrika und Süd-Europa überhaupt relevant für emanzipatorische Politik? Oder wirken diese Aufstände emanzipatorischer Politik sogar entgegen? Handelt es sich um eine Revolte, um eine Revolution oder gar um einen evolutionären Vorgang? Was hat sich in der kurzen Zeit alles getan und wer profitiert von den Veränderungen? Was soll sich noch verändern und wer sind die Agierenden?

Ähnliche Konflikte gab es auch in West- und Zentralafrika (Subsahara). Warum wurden diese von emanzipatorischen Bewegungen in Deutschland kaum wahrgenommen und so gut wie garnicht thematisiert? Können wir in diesen Gebieten durch arbitrage Vorteile autonome nicht sehr viel leichter agieren als in Deutschland? Beispielsweise mit den Bau von Schulen und Krankenhäuser, oder der Organisierung von Masseneinwanderung nach Europa. Wie kommt es zur Hierarchisierung von „ausländischen“ Konflikten?

Wie werden die derzeitigen Aufstände zur Zeit in Deutschland aufgenommen und was wird hier organisiert? In Berlin gibt es seit einigen Wochen ein regelmässiges stadtweites Treffen und ein Treffen innerhalb Neuköllns (Reuterplatz) zu den spanischen, griechischen und italienischen Aufständen. Warum beteiligen sich daran nur so wenige Menschen. Und wie können wir diese zarte Bewegug vor etablierten linken Gruppen, die mit Regierungsparteien und der Polizei rumkungeln, schützen?

Neonazis agieren in Kreuzberg / antifaschistische Organisierungsdebatte

Am 14. Mai 2011 demonstrierten organisierte Neonazis in Kreuzberg und griffen dabei noch dagegen demonstrierende Menschen an. Einige „antifaschistische“ Gruppen feiern das als Vertreibung der Neonazis aus Kreuzberg und Neukölln. Doch wie sieht es wirklich aus? Warum gibt es mehr effektiv mehr prozessbeobachtende Neonazis als prozessbeobachtende Antifas bei Gerichtsprozessen? Was ist mit den Fackelmärschen in Neukölln und Moabit, sowie den immer häufiger werdenen Aktivitäten (Glasbruch, Graffiti, Flyerverteilungen in Bahnhöfen/Einkaufspassagen und Angriffe auf Menschen) der organisierten Neonazis in Kreuzberg und Neukölln?

Wie können wir solche Aktivitäten der Neonazis vorbeugen. Wie können wir einen Selbstschutz organisieren? Oder ist „Selbstschutz organisieren!“ nur eine platte Parole? Ein Vorschlag wäre die Organisierung von Gruppen, die an bestimmten Tagen und bei bestimmten Verdachtsfällen relevante mögliche Anschlagsziele bewacht. Einen ähnlichen Selbstschutz gab es z.B.im Mai 2009, als einige Roma-Familien im New Yorck (Bethanien) unterkamen und daraufhin das New Yorck und die Roma von Neonazis bedroht wurden. Ein anderer Vorschlag wäre das Wiederbeleben einer Antifa-Kultur, die nichts mit Party und Mackermilitanz zu tun hat, sondern sich vielmehr mit Prozessbeobachtungen und anderen Recherchen auseinandersetzt. Eine Frage hierzu wäre, wie wir es schaffen, dass Recherchen der breiten Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden und eine breite Öffentlichkeit sich auch an den Recherchen beteiligen kann.

Ist hier sogar eine neue antifaschistische Organisierungsdebatte von Nöten? Über welches Medium oder welche Medien sollte diese behandelt werden? Was können wir aus der antifaschistischen Organisierungs der 1990er Jahre lernen, welche Fehler sollten wir lieber nicht wiederholen?

Hungerstreik im Gefängnis

Der Gefangene Werner Brauener befindet sich im Hungerstreik. Für viele stellt sich da die Frage: „Wie kann ich helfen?“ Neben dem Abtippen und das Veröffentlichen von Texten der Gefangenen und Demonstrationen vor den Gefängnissen, sowie Wäschewaschen, Briefverkehr und Spenden, scheint es keine Möglichkeit zu geben die Mauer (physisch) zu durchbrechen. Neben der Frage nach vorhandenen Strukturen der „Repressionsarbeit“ wollen wir uns auch der „Antirepressionsarbeit“ widmen.

Welche Unterschiede gibt es zweischen heute und den 1970er bis 1990er Jahre, in denen Menschen in Deutschland aus den Gefängnissen herausgeholt wurden und die Mauern einiger Gefängnisse auch wirklich brachen? Wie war das damals organisiert und hatten „befreite Gefangene“ auch eine Perspektive draussen?

Projekte wie der „Gefangenenrundbrief Mauerfall“ zeigten, dass wir mit unseren Konflikten draussen oft perspektivärmer waren als die Verwalteten drinnen. Denn neben der Frage nach den halbwegs erträglichen Verhältnissen in den Gefängnissen, stellt sich uns die Frage, ob wir wirklich die „Freiheit für alle Gefangenen“ wollen, und damit einhergehend die Abschaffung aller Gefängnisse. Lauthals geschriehen wurde hier schon. Konzepte geliefert wurden jedoch nicht. Wie stellen wir uns eine Gesellschaft ohne Gefängnisse vor? Welche Konzepte haben wir zu diesem Thema?

Autonomer Kongress / AVV-Organisation

Vom 17. bis zum 19. Juni 2011 findet in Köln der „Kongress für autonome Politik 2011″ statt. Im Autonomen Zentrum Köln haben alle Interessierte die Möglichkeit sich auszutauschen und diese Plattform mit autonomen Leben, mit neuen und guten Ideen zu füllen. Da autonome Politik einem starr programmierten Kongress entgegen steht, hoffen wir, dass neben den vorbereiteten Themenblöcken nicht nur aus Berlin zusätzliche Beiträge kommen. Die Homepage des Kongresses findet ihr hier: http://autonomepolitik.blogsport.de

Neben der individuellen Anreise könnte es auch eine gemeinschaftliche Anreise nach Köln geben. Bei dieser AVV können wir also diskutieren, wer das wie organisiert. Ebenso können wir auch weiter beraten, wie der Austausch zwischen den einzelnen regionalen Autonomen Vollversammlungen funktionieren soll. Wer wird in den nächsten Monaten zu den anderen Autonomen Vollversammlungen fahren und wie wollen wir das finanzieren. Weiterer Gesprächspunkt soll die Mobilisierung zu der Berliner AVV sein. Wer übernimmt diese Aufgabe und wer finanziert das Mobilisierungsmaterial? Ist auch eine inter-regionale Mobilisierung erwünscht und kann diese funktionieren?

Indymedia (und andere Medien)

Vielen Aktivisten und Aktivistinnen fällt auf, dass die Moderationsqualität von Indymedia abnimmt. Auch bei anderen Medienprojekten (z.B. Interim) ist eine geminderte Aktivität und Qualität zu beobachten. Ohne in die Autonomie dieser Projekte eingreiffen zu wollen, können wir uns überlegen, wie wir Indymedia und andere emanzipatorische Medienprojekte stärken können.

Doch nicht nur bei den deutschsprachigen Indymedia läuft nicht alles rund. Wer verschiedene Indymedia-Listen verfolgt, wird bemerken, dass interne Konflikte zu Spaltungen führten. Besonders zu erwähnen ist hier Indymedia UK und die Konflikte um die „Mayday-Kollektiv“. Siehe hierzu: http://london.indymedia.org/articles/9017 – Ähnlichen „Platzneid“ gab es schon mit der Neuerscheinung der „radikal“ (ab Nummer 161). Ist ein solcher „Platzneid“ notwendig, d.h. gibt es wirklich Gründe solche autonomen Projekte zu bekriegen?

Termine und Aktuelles

Falls es noch andere aktuelle Sachen gibt, können diese in die AVV miteingebracht werden. Die o.g. Themen sollen auch keine Programmierung bedeuten, sondern sind nur Themenvorschläge. Andere Vorschläge können noch vor Ort gemacht, andere Themen auch gemeinsam diskutiert werden.

Termine können auch angesagt werden. Da die Autonome Vollversammlung Berlin selbst kein Terminkalender ist, wird es für die Versammlung angenehmer sein, diese Termine am Ende anzusagen oder themenrelevant einzubinden. Einen Terminkalender für Berlin findet ihr hier: http://www.stressfaktor.squat.net

Anderes

Da es in Berlin auch in autonomen Kreisen zu gewaltförmigen Handeln und Redeverhalten kommen kann, wäre es schön, wenn sich zur AVV am 13. Juni 2011 eine „Awarenessgroup“ organisieren würde. Diese Aufgabe könnten z.B. jeweils Menschen aus den Autonomen Vollversammlungen der andere Städte/Regionen übernehmen.

Bei schönem Wetter findet die AVV nicht im New Yock, sondern direkt auf der Wiese vor dem New Yorck (Bethanien) statt. Also nicht vergessen:

Autonome Vollversammlung in Berlin
13. Juni 2011 – ab 19 Uhr 30
New Yorck (Bethanien) – Kreuzberg
http://avvberlin.blogsport.de

Das New Yorck 59 ist in der Nähe des U-Bahnhofes Kottbusser Tor (U1/U8). Ihr müsst die Adalbertstrasse runtergehen und Ecke Waldemarstrasse könnt ihr schon das Bethanien sehen. Die genaue Adresse lautet Mariannenplatz 2A in 10997 Berlin-Kreuzberg .

Wir freuen uns, wenn nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ kommen, sondern auch viele Menschen, die sich für die Bewegung in Spanien und Griechenland interessieren. Wir hoffen auf eine rege Diskussion und einen riesigen Erfahrungsaustausch.

Übrigens:

Am 15. Juni 2011 findet in ab 19 Uhr 30 in der Roten Flora auch in Hamburg wieder eine Autonome Vollversammlung statt. Dort wird das Thema „Umgang mit Daten – Gibt es sichere Kommunikation“ diskutiert. Kommt auch nach Hamburg zahlreich!! Blog der AVV Hamburg: http://autonomevvhamburg.blogsport.de

http://www.youtube.com/watch?v=jQZ0po9WisA

Berlin: Einladung zur AVV am 13.02.2011

Wir laden euch hiermit zur nächsten Autonomen Vollversammlung (AVV) in Berlin ein. Die Autonome Vollversammlung soll eine Diskussionsplattform für unerfahrene und erfahrene Leute bieten, die Anregegungen und Anschluss an autonome Politik finden oder sich weiterhin mit Leuten aus anderen Zusammenhängen austauschen wollen. Fernab von verknöcherten Strukturen möchten wir einen Anstoss geben, dass Menschen ein realistisches Bewusstsein für die sich ihnen umgebenen Verhältnisse entwickeln und sie in selbstverantwortlicher Aktivität zur Verbesserung ihrer Umwelt übergehen. Die Themen sollen diesmal die Kämpfe im Mittelmeerraum (Griechenland, Italien, Frankreich, Tunesien, Algerien, Ägypten) sein. Ein zweites angekündigtes Thema ist die Manipulation in und aus der linken Politik. Falls noch Zeit bleibt, dann können wir auch das vorbereitete und mehrfach verschobene Thema „Polizeitaktik“ diskutieren. Eigene Themen können zur AVV wie immer mitgebracht und dort diskutiert werden. Die Autonome Vollversammlung findet diesmal im New Yorck 59 (Bethanien) statt. Wie gewohnt am 13. im Monat (diesmal der 13. Februar 2011) ab 19 Uhr 30.

Auch diesmal wurde ein Flyer mit einer Auflage von mehreren tausend Stück verteilt. Auf der Rückseite widmen wir uns, wie in den letzten Monaten auch, aktuellen Repressionsfällen. Diesmal thematisierten wir dort die Repression gegen den emanzipatorischen Aktivisten Roland Ionas Bialke. Repression bedeutet nicht nur in ein Gefängnis gesteckt zu werden oder von der Polizistin einen Schlagstock auf den Kopf geschmettert zu bekommen, Repression hat auch andere Formen. Neben Repressionskosten von ca. 14.000 Euro sieht sich Roland einer FUD-Kampagne (Schmutzkampagne) ausgesetzt. Dadurch soll seine autonome, fast unkontrollierbare Aktivität gestoppt werden. Ist so eine Kampagne erst einmal in fahrt, dann beteiligen sich nicht nur der Staatsschutz, sondern auch Neonazis und Linke daran. Helft Roland, wo ihr nur könnt, und unterstützt seine Politik! FUD – Diese Methode der Zersetzung betrifft nicht nur Roland, sondern beispielsweise der unkontrollierbare Teil der Black Panther Party in den USA wurde auf diese Weise in wenigen Monaten zerstört und der Rest in kontrollierbare „etablierte Strukturen“ gespalten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Fear,_Uncertainty_and_Doubt

Auch in den nächsten Monaten soll es Flyer mit hoher Auflage für die Autonomen Vollversammlungen geben. Wir denken jedoch, dass wir diese nicht mehr fast ausschliesslich in fast stagnierenden linken Projekten verteilen sollten, sondern in Betrieben, Lehranstalten und in den Briefkästen der in Berlin wohnenden Menschen. Eben dort, wo das Leben schlägt. Dafür brauchen wir aber noch sehr viele tatkräftige Menschen, die sich an unseren Verteilungsaktionen beteiligen. Wendet Euch dazu bitte an unsere E-Mailadresse!

Kämpfe im Mittelmeerraum

Niemand von uns kam in den letzten Wochen an diesem Thema vorbei. Im Mittelmeerraum bewegt sich was. Und auch schon in den letzten Jahren gab es Aufstände in diesen Gebiet. Doch um was wird da eigentlich gekämpft und wer kämpft da überhaupt? In Griechenland und in Italien formierten sich klandestine Gruppen, um mit Waffengewalt für eine „befreite Gesellschaft“ zu kämpfen. Um ihre Abgrenzung von verknöcherten linken Strukturen zu zeigen, gaben sie sich wahnwitzige Namen wie „Verschwörung der Kerne des Feuers“ – http://en.wikipedia.org/wiki/Conspiracy_of_Fire_Nuclei – oder „Revolutionäre Sekte“. http://en.wikipedia.org/wiki/Terrorism_in_Greece

Neben Brand- und Bombenanschlägen, gab es Verschickungen von „Paketbomben“, die für grosses internationales Medieninteresse sorgten, und die gezielte Tötung von Menschen. (z.B. Sokratis Guiolias) Auch gab es Demonstrationen bei denen Menschen zu Schaden kamen und sogar drei Menschen starben. Nach diesen Toten zerfiel diese Bewegung fast zu Staub und nachdem verschiedene Mitglieder der klandestinen Gruppen gefasst waren, führte sie die Gefangenschaft in die Ohnmacht der Bürgerlichkeit zurück. Einige Gefangene bezichtigten sich selbst schwerer Straftaten, andere liessen über die zuvor verhassten Medien berichten, dass es sich bei einigen Anschlägen um Aktionen von Gladio ähnlichen Strukturen handeln müsse.

Zum grossen Teil ging es bei den Massenprotesten in den europäischen Mittelmeerstaaten (z.B. Frankreich, Italien und Griechenland) um den Erhalt und den Ausbau bürgerlicher Privilegien. Es handelte sich also um Revolten. Eine Beteiligung der arbeitenden Klasse ohne Privilegien war jedoch nicht zu erkennen. Das liegt unter anderem daran, dass es in grossen Teilen Europas keine arbeitende Klasse ohne bürgerliche Privilegien gibt. Wir sprechen hier von der europäischen Verbürgerlichung, die auf Kosten der arbeitenden Klasse in anderen Kontinenten geschah.

Welche Bedeutung hat das Mittelmeer?

Afrkanische und asiatische Menschen, die in ihrem Herkunftsort keine Privilegien geniessen oder durch den Dritten Weltkrieg und andere Kriege vertrieben wurden, wollen etwas von den Kuchen in Europa abhaben. Sie suchen dort ein besseres Leben und stossen nach oft langer und mühevoller Odyssee auf ein natürliches Hindernis – das Mittelmeer. In Europa wird hingegen alles getan, um diese Menschen fernzuhalten. Eine gemeinsame europäische Organisation wurde geschaffen, um operativ gegen „Eindringlinge“ mit gebündelten Kräften vorzugehen. (FRONTEX) Flüchtlinge werden festgenommen, in Lager gesperrt oder ertränkt. Ähnliches geschieht übrigens auch in den USA, nur das hier viele Flüchtlinge in der Wüste vor dem grossen Zaun verdursten.

Auch in den afrikanischen Ländern am Mittelmeer (z.B. Ägypten, Tunesien und Algerien) handelt es sich um einen Aufstand des Bürgertums (Revolte). Menschen ohne Privilegien sind so gut wie garnicht an den Auseinandersetzungen beteiligt. Die fast eine Millionen obdachtlose Flüchtlinge in Ägypten, die wie Leichen auf den ägyptischen Friedhöfen schlafen, nützt es nichts, wenn sich etwas für den ägyptischen Bürger oder der ägyptischen Bürgerin ändert. Sie haben nicht die Privilegien der ägyptischen Menschen, keine Arbeitslosenhilfe, keine Rente, keine Krankenversicherung und auch keine kostenlose Schule für die Kinder.

Gegen die Revolte – Warum?

In einem System, ohne Gegenwehr der Herrschenden, gleichen sich nach dem Gesetz der Arbitrage die unterschiedlichen Märkte an. Das heisst vereinfacht, dass wenn in Europa etwas 10 Cent teurer wird, dann wird das gleiche Produkt in Afrika um 10 Cent preiswerter. Unter anderem durch Gesetze, Kriege und Grenzen versuchen die Herrschenden in Europa aber die Unterschiede der Märkte aufrecht zu erhalten. Wenn in Europa nun das privilegierte Proletariat (Bürgertum) revoltiert, gegen Preiserhöhungen und gekürzte Sozialleistungen in Europa kämpft, dann ist das der Schlag ins Gesicht der afrikanischen Emanzipation.

Die Revolte, also das Aufbegehren des Bürgertums zum Erhalt und Ausbau der eigenen Privilegien, ist Konterrevolution! Eine Revolution hingegen kann nur durch die Bewusstseinsveränderung eines jeden Menschens in ihrer Gesamtheit enstehen. „Die Grenze verläuft nicht zwischen Unten und Oben, sondern zwischen Dir und mir!“ Die europäische Zivilisation hat schon genug Schaden in den „Kolonien“ und jetztigen „unabhängigen Staaten“ anerichtet. Eine Option sich revolutionär zu bewegen, ist es, sich dem bewaffneten Kampf gegen das Europäische Bürgertum in Akrika, Asien und Südamerika anzuschliessen. Alles andere ist inkonsequent.

Bringt bitte soviel Material über die Kämpfe im Mittelmeerraum mit, wie ihr finden könnt. Wir wollen alles zusammentragen, diskutieren und unsere eigenen Gedanken in diese tötlichen Konflikte einbringen! Berichtet von euren Erfahrungen in den genannten Ländern, sagt uns was dort im Moment läuft und verfasst Diskussionspapiere. Warum wurde in Deutschland solange geschwiegen?

Manipulation in der Linken

Ein weiteres Thema soll die Manipulation in den „linken Szenen“ und aus den „linken Szenen“ heraus sein. Wir wollen zusammentragen, wo wir manipuliert haben. War es die Teilnehmer- und Teilnehmerinnenzahl von unseren Veranstaltungen, die wir hochlogen, oder waren es bewusst weggelassene Tatsachen, um etwas „Solidarität“ zu erhaschen? Sind die Begriffe mit denen wir operieren überhaupt reflektiert, d.h. wissen wir was sie bedeuten?? Warum nennen wir z.B. etwas „Solidarität“, wenn wir wissen, dass es sich dabei um „Subsidiarität“ handelt?

Angefangen von der (Sitz-)Verteilung von Gruppen in Plena, über Informationskontrolle einer Szene, bis zu taktischen Fragen oder dem Rausdrängen von Menschen mit einer anderen Meinung aus Gruppenzusammenhängen. Warum betreiben wir einerseits einen Gruppenfetisch, obwohl wir uns andererseits von einzelnen Führungspersonen dominiert sehen und erkennen, dass die Bedürfnisse jeder einzelnen Person wichtige Faktoren in politischer Arbeit sind? Warum erzählen wir anderen von unseren Konsens, wenn es überhaupt keinen Konsens geben kann

Und wie schaffen wir es authentisch zu sein und ein ehrliches Vertrauenverhältnis aufzubauen? Wenn Tratsch vorherrscht und das poitive Klima in Plena nur hohle Fassade ist, was unterscheidet uns dann von der Politik nicht-emanzipatorischer Menschen? Wie schaffen wir es kapitalistische Verhaltensweise trotz guter Vorsätze nicht zu reproduzieren?

Warum ist der Aktivitätsgrad (Militanz) unserer Aktionen so gering, unsere Aktionen und Kampagnen so kurzlebig und so wenig radikal? Belügen wir uns da nicht selbst? Wenn wir beispielsweise „Wir Bleiben Alle“ rufen, und wissen, dass wir gehen werden, warum rufen wir dann solche Parolen? Und was hat das für eine Wirkung nach innen uns aussen? Nehmen wir das Beispiel „Flughafen Tempelhof“: Warum haben wir mit dem Besetzungsversuch hunderte Menschen gefährdet, wenn nun nichts mehr dazu kommt? Bleiben wir ewig an Symbolen hängen oder ändern wir auch mal etwas?

Weitere Themen

Wir hatten das Thema „Polizeitaktik – Analyse und Gegenmassnahmen in Theorie und Praxis“ vorbereitet und verschoben. Wenn noch Zeit für dieses Thema bleibt, dann kann das diskutiert werden. Einen Vorbereitungstext könnt ihr hier finden: http://avvberlin.blogsport.de/2010/11/27/vorbereitungstext-zur-avv-november-und-dezember-2010-auszug/ – Ansonsten können auch wieder eigene Themen mitgebracht und angesprochen werden.

Termine und Aktuelles

Für Termine in Berlin ist es ganz sinnvoll in den Stessfaktor – siehe: http://stressfaktor.squat.net – zu schauen. Trotzdem macht es auch oft Sinn einen Termin persönlich übermittelt zu bekommen und sich kurz darüber auszutauschen. Darum wird auch in dieser AVV Platz dafür gefunden.

Die nächste Autonome Vollversammlung findet am 13. Februar 2011 im New Yorck 59 (Bethanien) ab 19.30 Uhr statt! Das New Yorck 59 ist in der Nähe des U-Bahnhofes Kottbusser Tor (U1/U8). Ihr müsst die Adalbertstrasse runtergehen und Ecke Waldemarstrasse könnt ihr schon das Bethanien sehen. Die genaue Adresse lautet Mariannenplatz 2A in 10997 Berlin-Kreuzberg .

autonome_vollversammlung@riseup.net

http://avvberlin.blogsport.de

Wichtig

Die Autonome Vollversammlung (AVV) ist nicht die Vollversammlung der autonomen Gruppen und Einzelpersonen! Das wäre auch ein Widerspruch. DIe Autonome Vollversammlung ist eine Vollversammlung, die autonom, d.h. selbstverantwortlich, organisiert. Willkommen sind alle, die etwas verändern wollen und sich für selbstverantwortliches Handeln interessieren. Ausgeschlossen davon sind rassistische und sexistische Menschen. Ebenso ausgeschlossen sind Angehörige von Repressionsorganen!

Die Autonomen Vollversammlungen bzw. Versammlungen für autonome Politik gibt und gab es in vielen Städten und Regionen. So z.B. in Hamburg, NRW, Bremen, Berlin und Köln. Wir freuen uns, wenn ihr auch in eurer Stadt oder Region Autonome Vollversammlungen gründet!

Für mehr revolutionäre Zellen!!

Lebt und lest radikal – https://radikalrl.wordpress.com